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Ziemlich beste Nachbarn

Gute Nachbarn können helfen, schlechte machen krank. Was genau spielt sich zwischen Gartenzäunen und in Treppenhäusern ab?

Die Menschheit wäre o.k., wenn da bloß nicht die Menschen wären! Es sind Einzelne, die uns mit ihrem Verhalten im Alltag oft in den Wahnsinn treiben. Unsere Nachbarn z.B. – rücksichtlos und derart aggressiv, dass man sie am liebsten verbannen möchte...

Ein Hoch auf die Nachbarschaft

Nachbarn sind widersprüchlich, doppeldeutig, ambivalent, kontrovers, strittig und manchmal auch liebenswert. Wir können sie uns nicht aussuchen, sie sind fremd aber irgendwie auch intim. Sie wissen wann wir morgens das Haus verlassen, wann wir mach Hause kommen, welche Musik wir hören und ob wir Besuch haben (womöglich sogar über Nacht), ob wir im Urlaub sind, ein neues Auto haben oder bei welchem Versandhändler wir bestellen. Sie wissen unsere privatesten Angelegenheiten... fast ein bisschen wie Facebook, obwohl wir die Nachbarn nicht als Freunde hinzugefügt haben. Ein Schwieriges Verhältnis, dem man nicht aus dem Weg gehen kann. Man möchte nicht zu nah aber auch nicht zu anonym. Nachbarn können uns in den Wahnsinn treiben mit Zigarettenqualm, lautem Fernseher, Grillen auf dem Balkon. Aber irgendwie braucht man sie ja auch mal zu Blumen gießen, Katzenfüttern, den Handwerker in die Wohnung lassen. Da ist es wieder das Gefühl: zwiegespalten

Die Querolanten

Die Nachbarn beeinflussen unser tägliches Leben, sie spielen eine wichtige Rolle, wir kommen ihnen nicht aus, daher stellen wir uns gerne gut mit ihnen.
Einige Spezies unter ihnen sind aber als gefährlich einzustufen. Es gibt Nachbarn, die ziehen gerne vor Gericht. Manchmal meint man, dass sie nichts anderes zu tun haben als Klage einzureichen. Ich sehe gerade einige von Ihnen mit dem Kopf nicken... Das macht keinen Spaß und kann uns an die Grenzen des Psychoterrors bringen. Deutschland ist leider bekannt für diese Nachbarschaftsstreitereien.

Gute Nachbarschaft ist nicht für jeden das Gleiche

Was aber ist gute Nachbarschaft? Nachbarn müssen nicht unbedingt Freunde sein. Die richtige Mischung aus Nähe und Distanz, meinen Experten. Allerdings ist gute Nachbarschaft nicht für jeden das Gleiche, sondern individuell sehr unterschiedlich. Gute Nachbarschaft ist eigentlich eine, die offen ist, in der man respektiert, dass es ein Mehr oder Weniger an Nähe gibt. Dass man die Bedürfnisse der Nachbarn akzeptiert, ohne sich dem zu unterwerfen.
Welches Bedürfnis Menschen nach Nachbarschaft haben, verändert sich oft im Laufe eines Lebens. Der Student ist vielleicht ganz froh, wenn er nicht so viel mit seinen Nachbarn zu tun hat – es sei denn, man lebt zusammen im Studentenwohnheim. Mit Berufstätigkeit und Familiengründung spiele Nachbarschaft dann oft eine weitaus wichtigere Rolle: Man trifft sich, hilft sich beispielsweise bei der Kinderbetreuung. Auch ältere Menschen sind teilweise auf nachbarschaftliche Hilfe angewiesen.


Lärm und Auto haben größtes Konfliktpotenzial

So kommt es immer wieder zu Konflikten unter Nachbarn. Zoff gibt es vor allem wegen Lärm, (falsch geparkter) Autos und Gemeinschaftsaufgaben, die nicht ausreichend erledigt werden.
Interessant in diesem Zusammenhang: Wenn Konflikte eskalieren – bundesweit landen laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) weniger als zwei Prozent der Nachbarschafts-Streitigkeiten vor Gericht – erinnern sich die Kontrahenten meist nicht mehr, was die eigentliche Ursache für den Konflikt war. Der Urknall des Konfliktes wird zunehmend unwichtiger im Laufe seiner Entwicklung. Der Konflikt selbst ist wie ein Tornado, der aus sich selbst heraus Energie gewinnt und immer kräftiger wird. Dann knallt’s und danach verschwindet er auch wieder…

Diplomatie

Wenn Sie mit Ihren Nachbarn im Guten leben möchten, seien Sie aktiv und bemühen sich um ein gutes Verhältnis. Stellen Sie sich Ihren Nachbarn vor nachdem Sie die neue Wohnung bezogen haben, halten Sie einen kurzen Plausch im Treppenhaus mit ihnen, bieten Sie sich fürs Blumen gießen an (dann geht das auch vielleicht mal andersrum), versuchen Sie einfach Ihre Nachbarn bei Laune zu halten und alles im Keim zu ersticken was Ärger bringen könnte – und schon haben Sie alles richtig gemacht. Ein klein wenig Aufwand darf es schon sein für eine gute Nachbarschaft. 
 

Nachbarschaft in Zeiten der Digitalisierung

Heute verabreden sich immer mehr Menschen über Internet-Portale wie nebenan.de und lokale Facebook-Gruppen, man tauscht und leiht Dinge, organisiert gemeinsame Zusammenkünfte.
Diese Gruppen erfüllen ein Bedürfnis: Nämlich Kontakt zu haben zu Leuten, die einem ähnlich sind, ähnliche Interessen haben. Durch die Möglichkeiten der Digitalisierung werden wir uns stärker dessen bewusst, wer eigentlich um uns herum wohnt. Und so öffnet die digitale Welt einen weiteren Weg, auch mit echten Menschen im echten Leben in Kontakt zu treten.

Organisieren Sie doch mit Ihren Nachbarn ein Fest in Ihrer Straße…