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Was machen Sie so, wenn Sie alleine zu Hause sind?

Nutella-Orgien, Luftgitarren-Konzerte, Arien unter der Dusche, tierische Gespräche: Was wäre, wenn mich jetzt jemand sieht? Das frage ich mich oft, wenn ich in Jogginghose und Gesichtsmaske Zuhause herumlaufe. Man meint ja auch immer, alle anderen lerne Fremdsprachen, trainieren für den nächsten Stadtmarathon oder machen nebenbei Ihren Heilpraktiker. Ich kann Ihnen versichern: das ist gar nicht so! Auch andere Menschen, Ihre Nachbarn und Freunde laufen Zuhause im Schlabberlook rum und machen komische Sachen.

 




Könnten wir durch das Schlüsselloch schauen, wir würden Merkwürdiges sehen und oft schmunzeln müssen. Ein paar von den Nachbarn und Freunde haben ausgepackt und uns verraten, was Sie so zu Hause alleine tun. Sechs Punkte haben sich dabei herauskristallisiert.

1. Die Menschen sprechen mit Ihren Pflanzen und Tieren

„Sobald ich nach Hause komme spreche ich mit meinen Hunden, ich erzähle, wie der Tag so war und was ich alles erlebt habe“, erzählt Sabine. Es gibt aber auch diejenigen, die mit Ihren Pflanzen sprechen.

Die Psychologen erklären warum wir das machen, obwohl wir ja keine Antwort bekommen: Es tut gut sich seine Gedanken von der Seele zu reden, sie laut auszusprechen. Wenn dann auch noch die Vierbeiner zu uns kommen und mit uns kuscheln wollen, fühlen wir und verstanden und akzeptiert. Ja, und dann nutzen wir die Situation natürlich schamlos aus, weil wir keine Widerreden bekommen. Was spricht auch dagegen mit einem Goldfisch zu plaudern?

Mit Pflanzen ist das eine andere Sache, hier haben wir eher das Gefühl den Pflanzen etwas Gutes zu tun und sie als Lebewesen anzuerkennen.

2. Wo ist der gute Anstand hin?

„Ich benutze kein Glas, wenn ich die Flasche aus dem Kühlschrank nehme und setze direkt zum Trinken an, vom Käse beiße ich direkt ab und Nutella löffel ich aus dem Glas. Wenn ich nicht aus dem Haus muss, behalte ich meinen Schlafanzug das ganze Wochenende an, gesteht Melanie. Ludwig macht, was wir als Kinder schon immer wollten, aber nie durften: „Ich lecke meinen Teller ab! Der Psychologe sagt: Es ist ganz normal, dass wir und so verhalten. Eine Flucht aus dem funktionierenden Alltag. Tagtäglich müssen wir uns so verhalten, wie es von und erwartet wird, da ist es ganz normal, in Momenten Zuhause die Manieren zu vergessen. Wir sollten vielleicht aufpassen, dass dies nicht ausartet, aber ein bisschen über die Strenge springen geht immer.




3. Ungesunde Sachen essen

Eis aus der Packung löffeln, Nutella mit dem Finger aus dem Glas, Kuchen mitten in der Nacht, morgens die Pizzareste vom Abend zuvor, all diese Nachlässigkeiten haben mit Essen zu tun. Der Psychologe versucht dies mit Belohnung zu erklären. Wir haben hart gearbeitet, kommen nach Hause und wollen und belohnen. Wie geht das besser als mit Essen? Da darf dann schon mal eine doppelte Portion Nachspeise dabei sein oder Chips mit der Lieblingsserie. Solche Gelüste oder Heißhungerattacken haben wir alle, auch wenn wir uns normalerweise gesund ernähren. Aber auch hier sollte man nicht zu sehr übertreiben.

4. Heimlich den Barden spielen

„Um den Stress vom Alltag und der Arbeit wegschieben zu können, drehe ich meine Lieblingsmusik auf, wenn ich nach Hause komme und singe lauthals mit, manchmal spiele ich auch Luftgitarre dazu, erzählte Heiner. Viele Studien befassen sich mit der Thematik und dem Zusammenspiel von Musik, Gesundheit und Entspannung. Ich sage: hier muss gar nicht geforscht werden. Stellen Sie sich doch mal unter die Dusche und trällern laut Ihr Lieblingslied. Sie werden sehen, wie entspannt Sie sich danach fühlen, fast schon mit Glückshormonen versehen. Singen befreit und schüttelt jegliche schlechte Laune von Ihnen ab. Sollten Sie aber mal wieder einen Karaoke Abend einlegen, denken Sie an Ihre Nachbarn. Mir war es jedenfalls ein bisschen peinlich, als mir meine Nachbarn, mit einem gequälten Grinsen, beim Auszug gesagt haben, was für eine „herrliche“ Stimme ich doch hätte.

5. Manische Ordnung

Viele Menschen haben Mühe Ihr Leben, die Küche, den Schreibtisch oder das Auto in Ordnung zu halten. Dann gibt es aber auch die anderen, die ohne eine gewisse Anordnung der Stifte auf dem Schreibtisch unruhig werden. Dies sind leicht manische Züge, aber seien Sie nicht beunruhigt, viele Menschen brauchen das. Oliver zum Beispiel liebt es, Dinge aufzuräumen und macht dafür erstmal Unordnung. Seine Lieblingsbeschäftigung: Schränke aufräumen. Jedes Wochenende ein anderer. Erstmal alles ausräumen um es dann ordentlich wieder einzuräumen. Viele verheimlichen Ihre Ordnungsticks und leben sie alleine Zuhause aus, weil es Ihnen peinlich ist. Für die Psychologen eine einfache Sache: Die Menschen wollen Ordnung in Ihrem Leben. Viele schaffen dies im chaotischen Alltag nicht und brauchen dann Zuhause einen Ausgleich, den Sie sich mit Aufräumen erschaffen.

6. Seltsame Dinge gehen vor sich

Natürlich gibt es noch mehr Dinge, die Menschen Zuhause tun, schräge Dinge. Marianne hat sich angewöhnt immer Rückwärts ins Badezimmer zu gehen, Albert kann nicht ohne seine Lieblingssocken und rutscht damit gerne den Flur entlang und Christiane muss, wenn Sie an Ihrem Spiegel vorbeiläuft grinsend davor stehen bleiben. Warum das alles so ist haben wir uns erspart zu fragen. Aber das ist ja auch nicht das Wichtigste. Solange uns diese kleinen Macken nicht beeinträchtigen, freuen wir uns jeden Tag aufs Neue, sie Zuhause ausleben zu können.

Normal ist langweilig. Deshalb liebe ich Geschichten über Menschen, die kleine Macken oder Zwänge haben. Der Investmentbanker zum Beispiel, der sein Penthouse erst verlassen kann, wenn alle Teppichfasern in dieselbe Richtung zeigen. Oder der Frühpensionär, der es nicht ertragen kann, wenn in seinem Portemonnaie der Fünfeuroschein nicht vor, sondern hinter dem Zehner liegt und sein kleines Stück Rasen mit der Schere auf Kante schneidet.

Abschließend noch ein paar Zitate:

Ich lese beim Essen und manchmal esse ich auch beim Lesen. Beides tue ich nur, wenn ich alleine bin.

Mangels Hundes bleibt mir, wenn ich alleine bin, nur die Kommunikation mit den pflanzlichen Hausgesellen. Sie sind einerseits wesentlich ruhiger bzw. "devoter" als ein Hund, in ihren Reaktionen allerdings viel schwerer einzuschätzen, weil sie sich nur äußern, indem sie entweder still vergnügt vor sich hin wuchern, prachtvoll blühen oder einfach eingehen, was zu Forschungsbedarf über die Ursachen führt. Aber die Natur ist halt grausam und lässt ihren Gärtner oft hilflos zurück.

Ich bin baff... gibt es beim Nutella-Essen eine andere Variante als direkt aus dem Glas?! Ein Freund sortiert zur Entspannung Waschpulver-Kügelchen nach Farben. Das kann ich beim besten Willen nicht mit meinen schnöden Eigengesprächen toppen!

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